Tier-Tipps
Frühling - Achtung Zeckenzeit
Endlich Frühling: Die Temperaturen steigen, die Sonne zeigt sich wieder häufiger – und mit ihr wächst die Lust auf Bewegung im Freien. Ob ausgedehnte Spaziergänge mit dem Hund oder Streifzüge der Katze durch Garten und Nachbarschaft: Für unsere Vierbeiner beginnt jetzt die schönste Zeit des Jahres.
Doch so idyllisch diese Jahreszeit auch ist, sie bringt eine oft unterschätzte Gefahr mit sich: Zecken. Die kleinen Spinnentiere sind nicht nur lästig, sondern können auch ernsthafte Krankheiten übertragen – für Tiere und Menschen gleichermaßen.
Wo Zecken lauern – und warum sie so aktiv sind
Zecken lieben Feuchtigkeit und Wärme. Besonders aktiv sind sie nach milden Regentagen oder in den frühen Morgenstunden mit Tau auf den Wiesen.
In Deutschland ist vor allem die sogenannte Schildzecke weit verbreitet. Typische Aufenthaltsorte sind:
- Wiesen und hohes Gras
- Gärten und Stadtparks
- Waldränder und Unterholz
- Uferbereiche von Seen und Flüssen
Sie klettern nicht auf Bäume, sondern warten auf Gräsern oder niedrigen Sträuchern darauf, von einem vorbeistreifenden Wirt abgestreift zu werden – sei es ein Tier oder ein Mensch.
Wie Zecken unsere Haustiere befallen
Hat eine Zecke erst einmal ihr Ziel erreicht, sucht sie sich eine dünnhäutige Körperstelle. Besonders häufig betroffen sind:
- Kopf und Ohren
- Bauchregion
- Achseln und Innenschenkel
- Augenlider und Lefzenbereich
Oft krabbeln Zecken zunächst mehrere Stunden auf dem Tier umher, bevor sie zustechen. Genau hier liegt die Chance zur Vorbeugung:
👉 Regelmäßiges Absuchen – besonders nach Spaziergängen oder Freigängen – hilft, Zecken frühzeitig zu entdecken und zu entfernen. Achtung: Junge Zecken (Larven) sind winzig klein und werden leicht übersehen.
Warum Zecken gefährlich sind
Die eigentliche Gefahr geht nicht vom Biss selbst aus, sondern vom Speichel der Zecke. Dieser kann Krankheitserreger übertragen, darunter:
- Borreliose (z. B. Fieber, Gelenkschmerzen, Abgeschlagenheit)
- Weitere bakterielle oder virale Infektionen
Gut zu wissen:
- • Hunde können gegen Borreliose geimpft werden (ab der 12. Woche möglich).
- Für Katzen gibt es keine Impfung – sie sind jedoch deutlich seltener betroffen.
💡 Tipp: Wichtig für Katzenhalter: Zecken, die sich im dichten Fell nicht festsetzen können, wechseln häufig auf den Menschen – besonders beim Kuscheln.

Zecken richtig entfernen
Wenn sich eine Zecke festgebissen hat, sollte sie so schnell wie möglich entfernt werden:
- Mit einer Zeckenzange oder -karte arbeiten
- Die Zecke hautnah greifen – ohne sie zu quetschen
- Langsam und möglichst gerade herausziehen
- Einstichstelle anschließend kontrollieren
⚠️ Wichtig: Keine Hausmittel wie Öl oder Alkohol verwenden! Diese stressen die Zecke und erhöhen das Risiko, dass sie Krankheitserreger in die Wunde abgibt.
Entsorgung: Am besten zwischen Klebeband zerdrücken und im Hausmüll entsorgen.
Schutz für Mensch und Tier
Auch mit einfachen Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich reduzieren: Für Haustiere
- Regelmäßige Fellkontrolle
- Vorbeugende Mittel (Spot-ons, Halsbänder, Futterzusätze, Tabletten – nach tierärztlicher Beratung)
Für Menschen:
- Geschlossene Schuhe und lange Kleidung
- Helle Stoffe (Zecken besser sichtbar)
- Körper nach Aufenthalten im Grünen absuchen
👉 Zusätzlich kann eine Impfung gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sinnvoll sein – insbesondere in Risikogebieten.
Fazit. Wachsamkeit statt Verzcht
Der Frühling soll genossen werden – und das geht auch mit Hund und Katze. Mit etwas Aufmerksamkeit und den richtigen Schutzmaßnahmen bleibt die Zeit im Freien unbeschwert.
Denn: Wer vorbereitet ist, kann die Natur sorgenfrei erleben.
